Bärendienst für die Verkehrssicherheit

Ich kann gar nicht glauben, was ich da in der neuesten „Auto-Bild“ gelesen habe. Wenn das stimmt, dass die zuständige Straßenverkehrsbehörde des Landes sich dem einnahmemotivierten Druck der Kommunen beugt, und Hinweisschilder vor stationären Radaranlagen entfernen lässt, ist das schon erstaunlich.

Der wissenschaftliche Hintergrund ist eindeutig: Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen (Starenkästen) sollen dort aufgestellt werden, wo es geschwindigkeitsbedingte Unfälle gegeben hat. Erwiesenermaßen haben sie dort auch tatsächlich einen erheblichen positiven Einfluss auf die weitere Unfallentwicklung. Es kommt also hier ausschließlich darauf an, das Geschwindigkeitsniveau zu senken, und zwar nicht nur für Ortskundige. Wenn ich das durch ein vorgelagertes Schild auch noch auf einer längeren Strecke erreiche, umso besser. Außerdem ist diese Aussage geeignet, die allgemeine Akzeptanz dieser Anlagen in der Bevölkerung zu stützen. Flächendeckenden Kontrolldruck zur Reduzierung des allgemeinen Geschwindigkeitsniveaus erreicht man mit mobiler Überwachung.

Der Widerstand der Kommunen und deren Findigkeit, stationäre Anlagen immer „unsichtbarer“ zu machen, fordert daher zu einer ganz anderen Überlegung heraus: Wenn es offensichtlich so schwierig ist, Einnahmeinteressen und Sicherheitsgesichtspunkte zu trennen, muss man vielleicht mit der Zulassung von Kommunen für diese Aufgaben restriktiver sein.

Der Vorgang weist aber auch noch auf etwas anderes hin: Hessen war seiner Zeit nur voraus. In den meisten anderen Ländern gibt es auch keine Hinweisschilder, sie sind genau genommen auch gar nicht zulässig, weil sie keine Hinweisschilder nach StVO sind. Die wichtigere Forderung wäre daher, diese Möglichkeit überhaupt erst zu schaffen und bitte, den wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend, dann auch anzubringen.
 

Kommentare

Geschwindigkeitsbegrenzungen dürfen nur dort installiert werden, wo es eine besondere örtliche Gefahrenlage gibt (§ 45, Absatz 9 StVO) und auch nur dann, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung eine geeignete und verhältnismäßige Maßnahme ist, die Unfallhäufung an der entsprechenden Örtlichkeit zu beseitigen. Von daher ist Ihre Idee, dass man nur an Blitzern das Tempolimit einhalten soll, völlig abstrus, denn an allen beschilderten Tempolimits ist dies nötig, damit es nicht zu der Unfallhäufung kommt, die vor dem Tempolimit da war oder die es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geben würde, wenn man das Tempolimit nicht anordnet. Von daher wäre die einzige sinnvolle Forderung von UDV oder GDV: An allen Stellen mit Tempolimit soll auch ein Blitzer aufgestellt werden. Hier aber implzit zu vertreten, dass man ja generell schneller fahren kann, es sei denn, es wird vor Radaranlagen gewarnt, hat mit seriöser Verkehrssicherheitsarbeit leider gar nichts zu tun. Die UDV/GDV manövriert sich in die Lächerlichkeit. Ebenso hat es mit seriöser Verkehrssicherheitsarbeit nichts zu tun, hier eine Doppelbeschilderung zu fordern, wo doch ortsfremde Verkehrsteilnehmer schon heute oft gar nicht in der Lage sind, alle Schilder auf unbekannten Strecken wahrzunehmen. Ich kann nur hoffen, dass die Forderung nach einem noch größeren Schilderwald von den Fachleuten in den Verkehrsministerien gleich ignoriert wird.

Wie wäre es denn mal mit einer Studie, ob die Hinweisschilder wirklich dazu führen, dass weniger Autofahrer geblitzt werden? Nach dem, was ich aus Hessen hörte, haben die Hinweisschilder die Einnahmen der Kommunen nicht geschmälert. Echte Raser nehmen nach aller Erfahrung auch die kleinen Hinweisschilder nicht wahr.

Die Blitzer sollten dort stehen wo es sinnvoll ist. D.h. Vor Schulen Krankenhäusern etc.. Aber man findet sie zu 80 % an Stellen wo es keine Gefahrenstelle oder sonstige Einschrängungen zu finden sind. Es geht nur ganz eindeutig nur um Geld einnehmen. MfG Jokeranton

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