Reifenkennzeichnung wenig hilfreich

Ab 1. November ist nun also das von der EU verordnete Reifenlabel Pflicht, das dem Käufer Auskunft über Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschemission geben soll. Die meisten Kommentare, die man so liest, empfehlen bisher, sich nicht ausschließlich daran zu orientieren. Ich gehe einen Schritt weiter: Ich empfehle, dieses Label zu ignorieren!

Alle Lenk-Beschleunigungs- und Bremsmanöver des Fahrzeugs müssen letztlich über vier postkartengroße Flächen auf die Fahrbahn übertragen werden, und das bei allen Geschwindigkeiten. Ein Reifen ist deshalb ein Wunderwerk, das vor allem auf Sicherheit hin optimiert ist. Und Sicherheit sollte auch für den Verbraucher im Vordergrund stehen. Darüber sagt aber das Label gar nichts aus. Im Gegenteil: Nassbremsverhalten und Rollwiderstand stehen sogar in einem gewissen Spannungsverhältnis zueinander. Über die Sicherheitseigenschaften eines Reifens geben die einschlägigen Tests der Automobilclubs und der Stiftung Warentest sehr gut Auskunft und damit Orientierungshilfe. Die Orientierung an dem EU-Label kann demgegenüber sogar kontraproduktiv sein, da auch Reifen mit schlechten Sicherheitseigenschaften hier gute Ergebnisse erzielen können.

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