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So paradox es klingen mag: auf perfekten Radwegen fühlen sich die Menschen oft so sicher, dass sie sich nicht mehr ausreichend konzentrieren, bspw. regelmäßig die falsche Fahrbahnseite nützen oder oft gar zur Gänze vergessen, dass auch hier sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Es wird geplaudert wie imm Wohnzimmer, aber nicht aufgepasst (ich rede nicht von Radrambos)! Extrem gefährlich sind Steigungen: Hier haben entgegenkommende Radler sehr hohe Tempi (oft 70km/h!), man ist aber selbst sehr langsam und glaubt sich deshalb auf "guten" Radwegen besonders sicher. Radwege (sogar die besten und gerade diese) können also zur Nachlässigkeit einladen, aber man kann bspw. mit kleinen Kindern nicht auf stark befahrene Straßen ausweichen, auch nicht auf Rad-Fahrstreifen entlang dieser. Ein weiteres Erlebnis: Auf einem sehr gut ausgebauten Fernradweg gibt es eine sehr kurze Etappe, wo dieser unterbrochen war und auf eine Bundesstraße ausgewichen werden musste. Hier wurden wir Zeugen eines Unfalls, bei dem ein Radfahrer von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde. Unfälle mit Autokontakt verlaufen oft besonders schwer. Fazit: Ich glaube, dass wir (alle Verkehrsteilnehmer) uns auf das Thema Sicherheit ganz neu einlassen müssen, um die konzeptuellen (psychologischen) Fragen zu bedenken. Ich bin überzeugt: Gute Radwege machen das Rad fahren sicherer, wenn eine entsprechende Vekhrserziehung-und Sensibilisierung parallel geht. Wenn (Letzteres) nicht, können gerade gute Radwege zum Leichtsinn einladen, und eine unkonzentrierte Fahrt dort kann gefährlicher sein als Radeln auf stark befahrenen Straßen, welche die meisten Menschen nicht mit dem Wohnzimmer verwechseln.