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Ich sehe die Ursache der Unfälle eher in fehlender Erfahrung sowie sxchlechter Einweisung. Als ehrenamtlicher Tourenleiter habe ich gelegentlich Konzakt mit Senioren auf Ebikes. Diese haben alles eines gemeinsam: sie sind vorher schon Fahrrad gefahren. Sie haben also Erfahrung mit dem Verhalten eines einspurigen Fahrzeuges bei Unebenheiten oder bei Bremsungen. Die Tretunterstützung wird von vielen erfahrenen Tourenradlern auch sparsam eingesetzt. Das Unfallrisiko unterstelle ich aufgrund meiner Beobachtung - OK, das ist nicht Empirie - jenen, die selten oder seit Jahren nicht Fahrrad gefahren sind. Der erste Alleinunfall eines Lastenrades im familiären Umfeld ging auf das Konto überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve. Die unverletzt gebliebene Fahrerin war jahrelang nahezu nur Auto gefahren, hatte sich das Lastenrad kurz zuvor angeschafft. Unerfahrene Pedelec-Fahrer hatten jahrelang durch die Windschutzscheibe nur "gut ausgebaute Radwege" gesehen. Die Tücken hoher Kanten im spitzen Winkel an Einmündungen, eingebaute Hindernisse, Wurzelaufbrüche etc. müssen diese Unerfahrenen erst "erfahren". Da sind auch die Kommunen und Straßenbaulastträger gefragt, endlich derartigeFallen zu beseitigen. Leider wird weiterhin viel Murks bei der Radverkehrsinfrastruktur verzapft. In Rendsburg wurde ein Teilabschnitt der B 203 erneuert. Zwischen Friedrichstädter Straße und Büsumer Straße sollen zwischen dem gemeinsamen Fuß- und Radweg und der Fahrbahn verbliebene alte Bäume bewässert werden. Dafür wurde mit breite Längsrillen gepgflastert, Straßenbahnschieneneffekt. Erfahrene regelkundig und sicherheitsbewußt Radfahrende fahren dort auf der Fahrbahn der B 203, andere fahren vorsichtig oder schieben. Unerfahrene stürzen. Unerfahrene steigen vom schweren Citybike oder Hollandrad auf das Pedelec um. Oder sie kannten in ihrer Jugend nur das Sachs-Torpedo-Dreigang-Fahrrad, mit dem sie bergab mal schnell waren. Selbst hier in Schleswig-Holstein gibt es Steigungen und Gefälle. Da sind mit einem gepflegten Fahrrad leicht mehr als 40 km/h möglich. Ich bin dick und unsportlich, schaffe aber mit reiner Muskelkraft dennoch auf gutem Untergrund bei Windstille über eine Kurzstrecke mit einer 8-Gang-Nabenschaltung 28 km/h (Nexus Premium, Übersetzung 38:18). Bei Windstille ist der erreichte Schnitt auf einer Alltagstrecke über 4,8 km durchaus mal 20 km/h. Insofern ist die Vorstellung vom mit 14 km/h durch die Stadt oder über das Land cruisenden Radfahrenden ohnehin obsolet. Moderne Fahrradtechnik erlaubt mehr. Mich würden daher empirische Daten interessieren.