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EU-Projekt „VC-COMPAT“

Das EU-Projekt „VC-COMPAT“ (Vehicle Crash Compatibility) wurde Ende 2006 abgeschlossen. Das Konsortium behandelte in zwei Arbeitsgruppen die Crash-Kompatibilität von Personenkraftwagen bei Frontalkollisionen untereinander sowie von Pkw bei Zusammenstößen mit Lkw und Anhängern.

Frontunterfahrschutzsysteme, wie sie seit Ende 2003 gesetzlich für Lkw oberhalb 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht gefordert sind, lassen einen deutlichen Beitrag zur Vermeidung der Unterfahrung des Lkw-Chassis durch einen entgegenkommenden Pkw erwarten. Das Projekt untersucht, welches Potential und welche konstruktiven Möglich-keiten darüber hinaus bestehen, durch gezielte Energieaufnahme seitens des Lkw die Überlebenschance im Kollisionsgegner Pkw weiter zu erhöhen.

Weil so genannte „geländegängige Fahrzeuge“ unter den Lkw derzeit vom Zwang einer Frontunterfahrschutz-ausstattung ausgenommen sind, jedoch einen erheblichen Prozentsatz der Fahrzeugflotte ausmachen, hat die Unfallforschung des GDV zuletzt diese Anteile durch Herstellerbefragungen und Recherchen zu nationalen Statistiken einzelner EU-Länder erhoben. Damit lässt sich das Potenzial zur Reduzierung der Getöteten- und Schwerverletztenzahlen bei Zusammenstößen mit Lkw besser abschätzen und sich ggf. die Forderung nach einer weiteren Verschärfung der Anforderungen begründen.

Der Heckunterfahrschutz für Lkw und Anhänger wird hingegen durch eine Regelung beschrieben, die aus den 70er Jahren stammt und seither nur geringe Anpassungen an den Stand der Technik erfahren hat. Die darin festgelegten Prüfkräfte können vielfach nicht verhindern, dass beim Anprall eines Pkw auf das Heck des Lkw der Unterfahrschutz abknickt oder abreißt, wodurch es dann zu schweren Unterfahrungen unter das Lkw - Heck mit teilweise katastrophalen Folgen für die Pkw-Insassen kommt.

Die GDV-Unfallforschung tritt im Konsortium für eine sinnvolle Verschärfung der Prüfanforderungen ein, allerdings unter gleichzeitiger Berücksichtigung der durch den täglichen Betrieb von Lkw und Anhängern bestimmten Erfordernisse und der beschränkten Testmöglichkeiten der vielfach mit­telständisch geprägten Industrie. Einige bereits auf dem Markt befindliche Heckunterfahrschutzkonstruktionen zeigen, dass dies möglich ist, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu verschlechtern.

Ende Oktober 2006 wurden die Projektergebnisse beim Abschluss-Workshop vorgestellt, an dem sich die Fahrzeugindustrie rege beteiligte.