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Sicherheit an Bahnübergängen

 

An Bahnübergängen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Die Ursachen und Einflussfaktoren solcher Unfälle wurden in Deutschland bisher kaum erforscht. Deshalb hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben, bei der insbesondere folgende Fragen geklärt werden sollten:

  • Welche Faktoren beeinflussen das Unfallrisiko an Bahnübergängen und in welchem Maße?

  • Mit welchen Maßnahmen kann dieses Risiko reduziert werden?

  • Lässt sich ein Modell erstellen, mit dem die Sicherheit von Bahnübergängen vergleichend bewertet werden kann?

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) leitet aus diesen Forschungsergebnissen folgende Empfehlungen ab:

  • Eine Vorhersage von Unfällen an Bahnübergängen ist für praktische Zwecke nicht realistisch, da es wegen der sehr geringen Anzahl der Unfälle (Mittelwerte) zu einer starken Über- bzw. Unterschätzung der Unfälle kommen kann. Besser lässt sich das Risiko eines einzelnen Bahnübergangs anhand einer Punktbewertung maßgebender Parameter, die die Entstehung von Unfällen begünstigen können, abschätzen.

  • Die wirksamste Methode zur Vermeidung von Unfällen an Bahnübergängen ist deren Rückbau und Ersatz durch Unter-/Überführungen. Auch durch den Einsatz von Vollschranken kann ein effektiver Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet werden.

  • An Bahnübergängen mit Halbschranken oder Lichtzeichenanlagen ist das Unfallrisiko, meist aufgrund des Fehlverhaltens der Verkehrsteilnehmer, deutlich größer. Im Ausland haben eine bauliche Trennung der Richtungsfahrstreifen durch Fahrbahnteiler und der Einsatz von Rotlichtüberwachungsanlagen („Rotlicht-Blitzer“) das Fehlverhalten reduziert.

  • Unfallauffällige nicht technisch gesicherte Bahnübergänge sollten grundsätzlich mindestens mit einer Lichtzeichenanlage gesichert und gegebenenfalls mit Rotlichtüberwachung ausgestattet werden.

  • Grundsätzlich sollten alle Maßnahmen das Ziel haben, das Queren eines Bahnübergangs rechtzeitig zu unterbinden, sobald sich ein Schienenfahrzeug nähert. Zudem sollte geprüft werden, wie der Gefahrenbereich des Bahnübergangs so überwacht werden kann, dass eine rechtzeitige Meldung an das Schienenfahrzeug gesendet werden kann, wenn der Bahnübergang nicht geräumt ist.

  • Es sollten Pilotprojekte initiiert werden, um die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen an Bahnübergängen in Deutschland zu evaluieren. Hierfür ist eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den beiden Baulastträgern von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus können geeignete Kampagnen zur Sensibilisierung der Straßenverkehrsteilnehmer einen zusätzlichen Beitrag leisten.