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Sicherheitsaudit

Bei Um-, Ausbau oder Neubau von Straßenverkehrsinfrastrukturen werden seit der Einführung der Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen (ESAS) Sicherheitsaudits verstärkt im Planungsprozess in Deutschland durchgeführt.

Dieses Regelwerk wurde durch die Ad-hoc-Gruppe der FGSV, die 1999 auf Wunsch des damaligen Bundesministers für Verkehr einberufen wurde und an der die Unfallforschung der Versicherer maßgebend mitwirkte, erarbeitet. Das Sicherheitsaudit ist ein formalisiertes und standardisiertes Verfahren zum frühzeitigen Erkennen und Beseitigen von Sicherheitsdefiziten bereits bei Planung, Entwurf und Bau von Straßenverkehrsanlagen. Dadurch soll eine optimale Verkehrssicherheit für alle betroffenen Verkehrsteilnehmer (motorisierte und nicht motorisierte) erreicht werden.

Um eine rasche und flächendeckende Verbreitung dieses Sicherheitsgedankens zu erreichen, wurden Auditoren durch die Auditpartnerschaft der Hochschullehrer (AdH), im Rahmen von zwei im Auftrag der BASt durchgeführten Forschungsprojekten oder selbstständig durch eigene Straßenbauverwaltungen ausgebildet. Im Jahr 2006 gab es etwa 300 Auditoren in Deutschland, die in Straßenbauverwaltungen (interne Auditoren) oder in Ingenieurbüros (externe Auditoren) tätig sind. Diese treffen sich jährlich zum Auditorensymposium/-forum, das vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat organisiert wird. Das Auditorensymposium/-forum ist eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und trägt somit zur Sicherung der Arbeitsqualität der Auditoren bei.

Neben dem positiven Einfluss auf das zu erwartende Unfallgeschehen auf der geplanten Straße (Grundrisiko) tragen Sicherheitsaudits ebenso maßgeblich zur Verbesserung der Qualität von Straßenplanungen und –entwürfen bei. Die Unfallforschung der Versicherer hat bei einer Analyse von etwa 300 Auditberichten (vgl. Forschungsbericht 01/05 und Information 01/06) festgestellt, dass bis zu 90 % aller Defizite in Planungs- und Entwurfsunterlagen Regelwerkverstöße sind oder aus dem Ermessenspielraum der noch gültigen Regelwerke resultieren. Mehr als die Hälfte davon wird anerkannt und beseitigt. Je früher das Sicherheitsaudit im Planungsprozess eingeschaltet wird, desto größer ist die Akzeptanz der festgestellten Defizite.