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Japanische Delegation informierte sich über Radverkehrssicherheit

12/16/2010

Wie kann der Fahrradverkehr in Japan sicherer werden? Diese Frage führte eine japanische Delegation zur Unfallforschung der Versicherer (UDV) nach Berlin. Hintergrund: auch in Japan steigen immer mehr Menschen auf das Fahrrad um, die entsprechende Infrastruktur fehlt, Unfallzahlen steigen.

Da sich die UDV schon lange interdisziplinär mit der Radfahrsicherheit auseinandersetzt, waren die Vertreter der Osaka City Universität und der IATSS (International Association of Traffic an Safety Sciences – www.iatss.or.jp) interessiert, sich die Forschungsansätze und Forschungsergebnisse zur Fahrradsicherheit präsentieren zu lassen. 

Ausgehend von der Unfallaufnahme über Unfalltypensteckkarten (EUSKA) bis zu Unfallanalyse wurde gezeigt, wie Fahrradunfälle identifiziert und kategorisiert werden können, um dann geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Wie wichtig dabei die richtigen Infrastrukturmaßnahmen sind, machte Jörg Ortlepp, Fachbereichsleiter Verkehrsinfrastruktur, am Beispiel Münster deutlich. Auch die detaillierten Informationen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) zur Planung von Radverkehrsanlagen, sowie die Studie über Radverkehrsunfälle in Münster stießen auf großes Interesse.

Dr. Matthias Kühn, Fachbereichsleiter Fahrzeugsicherheit, erläuterte, wie mit Hilfe der Unfalldatenbank der UDV (UDB), wertvolle Hinweise zur Verbesserung der Fahrzeugfronten von Pkw gewonnen werden können, um künftig Fahrradunfälle zu vermeiden oder abzuschwächen. Zudem kann anhand dieser detaillierten Daten eine genaue Analyse der Anstoßrichtung beim Lkw/Radfahrerunfall ermittelt und dadurch das Potential von Abbiegeassistenten abgeschätzt werden.

Schließlich wurden noch die „Fahrrad-Maßnahmen“ des Fachbereichs Verkehrsverhalten vorgestellt z.B. die Aktion „Fit mit dem Fahrrad“ für Senioren, sowie die zahlreichen Publikationen zur Mobilitätsschulung von Kindern, zur Fahrradausbildung und zur Schulwegsicherung.

Trotz der deutlich gewordenen Unterschiede zwischen Deutschland und Japan, war die Delegation sehr interessiert an der speziell deutschen Vorgehensweise der Unfallaufnahme, der Analyse und den Ableitungen daraus. Deshalb wollen die japanischen Wissenschaftler den Dialog mit der UDV auch künftig fortsetzen.