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Verkehrs- und Mobilitätserziehung an Ganztagsschulen

Ab dem Schulalter nehmen Kinder zunehmend selbstständig am Straßenverkehr teil. Schulen sind daher ein naheliegender Lernort für Verkehrs- und Mobilitätserziehung (VuM). Die UDV hat in einem Forschungsprojekt die gegenwärtigen Strukturen und Rahmenbedingungen von Ganztagsschulen in Deutschland analysiert. Zudem wurden bestehende Angebote einer VuM recherchiert und Umsetzungshilfen für VuM an Schulen erarbeitet.

Es werden drei Arten von Ganztagsschulen unterschieden:

  • voll gebundene: Alle Schüler:innen sind verpflichtet, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • teilweise gebundene: Ein Teil der Schüler:innen verpflichtet sich, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • offene: Für die Schüler:innen ist ein Aufenthalt in der Schule an mindestens drei Wochentagen von täglich mindestens sieben Zeitstunden möglich.

Das Potenzial für zusätzliche Angebote der VuM wird an offenen Ganztagsschulen als am größten eingeschätzt, da es hier eine größere Anzahl an frei zu gestaltenden Nachmittagsangeboten gibt. Das Projekt bietet eine Übersicht über das Fachpersonal an Ganztagsschulen, mögliche externe Kooperationspartner sowie die rechtlichen Grundlagen.

Es werden insgesamt 69 Angebote mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Roller oder verkehrsmittelunabhängig für die Klassenstufen eins bis sieben systematisch beschrieben.

Als Umsetzungshilfen für VuM an Ganztagsschulen wurden Checklisten entwickelt für:

  • Schulen: für die Initiierung eines Angebots und Vorbereitung einer Kooperation mit externen Partnern,
  • Anbieter: für die Planung und Durchführung eines Angebots an Schulen,
  • die Politik: für die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen.

Um VuM an Schulen verbindlich zu gewährleisten, sollte ein übergeordneter Bildungsstandard in Form von Rahmenlehrplänen zur VuM für alle Klassenstufen erarbeitet werden. Zudem sollte VuM stärker in der Aus- und Fortbildung des schulischen Personals verankert werden. Die Wirksamkeit von VuM-Angeboten muss wissenschaftlich überprüft werden. Zudem muss für eine ausreichende Finanzierung in den Schulen gesorgt sein.